Jeder kennt die Begriffe und Aussagen: Flash Back, Dja-Vu, „einen Film/Filmriss haben“ oder „das war wie in einem Traum“. Oft erscheinen uns Erinnerungen, die weit in der Vergangenheit liegen oder vielleicht auch Erlebnisse, die vor gar nicht all zu langer Zeit passiert sind, bruchstückhaft und unvollständig. Wir spielen immer und immer wieder in unserem Geiste die Situation von neuem durch. Vorwärts, rückwärts, schneller, langsamer. Wir gehen ins Detail, schauen uns eine Szene oder ein Bild genau und näher an, aber schon landen wir wieder in einem anderen Bild. Gehörte das zu dieser Situation, oder was dies ein anders Ereignis, aus einer anderen Zeit?
Eine Atmosphäre unterstützt oder gequält von Wortfetzen, Geräuschen wird undurchdringbar, mal laut, mal leise und nicht klar verständlicher. Wir drehen und wenden uns, spulen erneut zurück. Wir drehen uns im Kreis.
U-Turn ist ein Projekt, das auf verschiedene Arbeitsprozesse aufbaut. Das Bildmaterial, ebenso wie der Ton wurde dem Film „Das Messer im Wasser (“Nóz w wodzie“) von 1962 von Roman Polanskis ersten Spielfilm entnommen. „Nóz w wodzie“ ist eine Charakterstudie, eine Art Kammerspiel über drei Personen die in einem Zustand aus Rivalität und sexueller Spannung zusammen segeln gehen.
Für die Video-Performance wurden einzelne Filmsequenzen ausgesucht, digital bearbeitet und so angelegt, dass sie als einzelne Videoclips mit dem analogen Videomischpult zusammengemischt werden können. Jedoch wird jegliche Gegenständlichkeit ausgeblendet. Es wird nur mit dem Gefühl der drei ‚Gefangen’ auf dem Wassers gespielt. Die entnommenen nachbearbeiteten Geräusche versuchen die spannungsvolle Atmosphäre hervorzuheben und zu unterstreichen.



Bilder der Live-Performance in der Brüderkirche Kassel im November 2006 zu den Musiktagen ” Das Göttliche im Alltäglichen ” 2006


